Gastbeitrag - Strukturierte Prozesse erhöhen Erfolgschancen / Schwyzer Kantonalbank

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Strukturierte Prozesse erhöhen Erfolgschancen

17.05.2022 - 13:31

Die Nachfolge erfolgreich zu gestalten und die Firma in die Zukunft zu führen, ist eine grosse Aufgabe, die rechtzeitig in die Wege geleitet werden sollte. Strukturierte Prozesse erhöhen die Erfolgschancen.

Autoren Matthias Büeler, CFA, M. Sc. in Finance BDO Luzern und David Dahinden, Niederlassungsleiter BDO Sursee

Gemäss einer Studie hatten per Ende August 2021 über 90 000 Unternehmen ein Nachfolgeproblem. Rund 500 000 Arbeitsplätze sind in den kommenden fünf Jahren von einem Besitzerwechsel betroffen. In der Schweiz suchen jährlich zwischen 10 000 bis 15 000 Unternehmen einen neuen Eigner. Dem steht eine sinkende Anzahl Erwerbstätiger gegenüber, die als Übernehmer zur Verfügung stehen. Diese Diskrepanz wird sich zukünftig weiter verschärfen.

Szenarien

Grundsätzlich kann zwischen den folgenden Nachfolgeszenarien unterschieden werden: Nachfolge innerhalb der Familie (Family-Buy-out, FBO), Verkauf an Mitarbeitende (Management-Buyout, MBO), Verkauf an ein neues externes Management (Management-Buy-in, MBI), Verkauf an ein anderes Unternehmen oder an Investoren (Merger & Acquisitions, M&A) oder gar eine geordnete Liquidation des Unternehmens und Überführung der Werte.

Verkaufsprozess

Entscheidend für den Erfolg ist ein strukturierter und professionell geführter Verkaufsprozess. Konkret ist ein Markt zu schaffen, auf dem Angebot und Nachfrage zusammengebracht werden. Seien Sie stets darauf bedacht, Ihr Unternehmen auch während des Verkaufsprozesses so engagiert wie bis anhin zu führen. Um Unsicherheit innerhalb der Belegschaft oder bei Lieferanten und Kunden zu vermeiden, ist die Wahrung von Vertraulichkeit und Diskretion essenziell. Dies kann meist nur durch einen externen Berater sichergestellt werden.

Entscheiden und loslassen

Aus langjähriger Erfahrung wissen wir, welche Faktoren für eine erfolgreiche Nachfolgeregelung ausschlaggebend sind und wo die Stolpersteine liegen. Unsere Empfehlungen: Der Gedanke, das mit viel Herzblut aufgebaute Lebenswerk in neue Hände zu geben, löst bei vielen Unternehmern Unbehagen aus. Die Klärung der eigenen, persönlichen Ziele kann helfen, Ängste und Unsicherheiten abzubauen. Fällen Sie den Verkaufsentscheid gut vorbereitet, und verfolgen Sie die formulierten Ziele konsequent. Eine Nachfolgeregelung ist ein zeitintensives Unterfangen. Unterschätzen Sie dies nicht, denn Zeitdruck verschlechtert die eigene Verhandlungsposition und wirkt sich negativ auf das gesamte Verkaufsvorhaben aus.

Wert realistisch einschätzen

Es ist erwiesen, dass die meisten Verkaufsbemühungen an den überhöhten Preisvorstellungen des Verkäufers scheitern. Es empfiehlt sich, eine professionelle Unternehmensbewertung durch einen neutralen Dritten erstellen zu lassen. Versuchen Sie zudem, Ihr Unternehmen durch die Augen eines potenziellen Käufers zu betrachten. Wichtig: Die finanztechnische Wertbandbreite muss nicht dem Kaufpreis entsprechen. Eine finanztechnische Unternehmensbewertung ist aber in jedem Fall angebracht, da diese als Basis für steuerliche und allenfalls erbrechtliche Fragestellungen dient.

Gerade bei FBOs und MBOs werden auch häufig Kaufpreisabschläge (Family- Discount; Loyalist-Discount) gewährt. Diese sind jedoch nicht unproblematisch. Sie müssen immer im Kontext der familiären Konstellation (Bevorzugung von Familienangehörigen bei FBO) und steuerrechtlichen Gesichtspunkten gesehen werden.

Finanzierung

Eine weitere zentrale Frage, die sich bei der Nachfolge stellt, ist die Finanzierung des Kaufpreises. Ist eine Bankfinanzierung oder ein Verkäuferdarlehen erforderlich? MBO-Cases sind häufig sowohl von Bankfinanzierungen (Kredit) als auch Verkäuferfinanzierungen (Darlehen) abhängig. Im Familienkontext kommen auch Schenkungen wie Erbvorbezug zum Tragen. Es kommt zudem vielfach vor, dass (nicht) betriebliche Liegenschaften im Eigentum der Unternehmung sind, welche aber nicht Teil der Transaktion sind. Hier gilt es, Wege zu finden, wie man diese Immobilien, vor allem unter steuerlichen Gesichtspunkten, vor der Transaktion bestmöglich auf den Verkäufer übertragen kann.


www.bdo.ch

Die Autoren

Matthias Büeler, CFA, M. Sc. in Finance, leitet die Corporate-Finance-Abteilung bei BDO Luzern und ist verantwortlich für die Bereiche M&A, Unternehmensbewertungen und Due Diligence. David Dahinden ist BDO-Niederlassungsleiter Sursee, Leiter des Themenzentrums Nachfolgeregelung sowie Delegierter des Verwaltungsrats und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Business Broker AG.


Die BDO AG

Die BDO AG ist eine der führenden Wirtschaftsprüfungs-, Treuhand- und Beratungsgesellschaften der Schweiz. Zu ihren Kernkompetenzen zählen Dienstleistungen in den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Financial Services, Treuhand, Steuer- und Rechtsberatung sowie Unternehmensberatung. Mit 34 Niederlassungen verfügt BDO über das dichteste Filialnetz der Branche. Für international ausgerichtete Kundinnen und Kunden wird die globale BDO-Organisation in über 160 Ländern genutzt. Die BDO AG hat ihren Hauptsitz in Zürich und ist die unabhängige, rechtlich selbstständige Schweizer Mitgliedsfirma des internationalen BDO-Netzwerkes mit Hauptsitz in Brüssel (Belgien).

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