Interview - Brack.ch / Schwyzer Kantonalbank

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Brack.ch wächst stetig und markant

22.11.2020 - 15:31

Brack.ch gehört zu den grösseren Onlinehändlern der Schweiz. Seit Jahren verzeichnet das Unternehmen zweistellige Wachstumsraten.

FOKUS: Roland Brack hat Brack.ch 1994 gegründet. Heute beträgt der Umsatz über 800 Millionen Franken. Wie erklären Sie sich diesen Erfolg?

Markus Mahler: Dazu haben verschiedene Komponenten beigetragen. Roland Brack ist sehr affin gegenüber technischen Fragen. Er hat sich immer selber um die Entwicklung gekümmert. Zudem hat er an die Chancen des Onlinehandels geglaubt und voll auf diese Karte gesetzt. Entscheidend war jedoch, dass er sich nie als Discounter sah. Er wollte nie einfach der Billigste sein. Wer sich über den Preis allein definiert, kann gegen die Grossen der Konkurrenz nicht bestehen. Es wird immer ein Gigant kommen, sei es aus den USA oder China, der Produkte noch billiger anbieten kann.

s müssen also andere Qualitäten den Ausschlag gegeben haben. Können Sie die näher umschreiben?

Brack.ch hat immer die Qualität für den Kunden im Fokus. Das betrifft einerseits die angebotenen Produkte selbst aber auch den Service. Das fängt bei verlässlichen Lieferterminen an. Brack.ch teilt einem Kunden mit, wann er mit der Lieferung rechnen kann. In der Regel am nächsten Tag. Wenn man Ware beispielsweise in China bestellt, weiss man nie, wann sie eintrifft. Vielleicht in einer Woche oder halt erst nach mehreren Monaten. Brack.ch liefert den Kunden auch Support und garantiert im Schadensfall die Reparatur. Wir verstehen uns als Problemlöser und nicht nur als Lieferant.

Der Onlinemarkt wächst. Wie wollen Sie sich weiterhin Ihren Anteil sichern?

Indem wir unsere bisherigen Qualitäten weiter ausspielen. E-Commerce ist ein Wachstumsmarkt. Wir möchten uns ein Stück vom Kuchen abschneiden und den Markt mitgestalten. Wichtig ist auch, das Sortiment stetig auszubauen. Mit IT und Multimedia erzielen wir zwar nach wie vor den grössten Umsatz. Das hängt aber mit den Stückpreisen in diesem Segment zusammen. Wir setzen vermehrt auch auf Produkte für den Haushalt, auf Lebensmittel, Kosmetik- oder Drogerieartikel.

2020 hat dem Onlinehandel nochmals einen Schub verpasst. Wird dieses Wachstum auch nachhaltig sein?

2020 war wirklich ein unglaubliches Jahr. Mit dem Lockdown im Zusammenhang mit Corona nahmen die Bestellungen derart zu teilweise um 50 bis 100 Prozent, dass wir an unsere Grenzen gestossen sind. Im Verteilzentrum in Willisau haben wir laufend zusätzliches Personal eingestellt, vom Ein- auf Dreischichtbetrieb umgestellt und auch an Samstagen und Sonntagen gearbeitet. Viele Kundinnen und Kunden haben die Vorteile des Onlineshoppings jetzt erst entdeckt. Ein grosser Teil davon wird uns treu bleiben. Das enorme Wachstum der jüngsten Vergangenheit ist also durchaus nachhaltig.

Die Branchengiganten Amazon oder Alibaba haben bisher in der Schweiz noch nicht richtig zum Angriff geblasen. Wie schätzen Sie die Zukunft ein?

Bei Amazon weiss man wirklich nicht so genau, wie sich das Unternehmen künftig auf dem Schweizer Markt verhalten wird. Da Brack.ch speziell auf die Schweiz zu- geschnittene Dienstleistungen anbietet, bin ich zuversichtlich, dass wir uns auch unter veränderten Marktbedingungen gut behaupten werden. Ein anderer Aspekt ist die Sicherheit, dass das, was hierzulande verkauft wird, auch den hiesigen Ge- setzen und Sicherheitsnormen entspricht. Bei Bestellungen aus China realisieren die Kunden recht schnell, dass billig eben auch wirklich billige Ware bedeutet. Es wird viel Elektroschrott geliefert, der teil- weise sogar gefährlich sein kann, weil er weder geprüft noch zertifiziert ist.

Sie liefern Ihre Ware gegen Rechnung. Sie haben demnach grosses Vertrauen in Ihre Kundinnen und Kunden.

Ausser bei Neukunden liefern wir tat- sächlich mehrheitlich auf Rechnung. Wir machen damit gute Erfahrungen. Die Zahlungsmoral in der Schweiz ist erfreulich hoch. Die Frist von zehn Tagen wird zwar nicht immer eingehalten, aber die Ausfallquote ist relativ gering.


Der Interviewpartner:
Nach langjähriger Tätigkeit im Lebens- mittel-Grosshandel arbeitete Markus Mahler als Leiter Unternehmensentwicklung der Competec-Gruppe. Von 2012 bis 2018 hat er Brack.ch als CEO operativ geführt. Seit 2018 ist er Verwaltungsrat der Competec-Gruppe. Heute ist er in verschiedenen Firmen als Unternehmer engagiert, unter an- derem Gründer und Verwaltungsratspräsident der Mahler & Co. AG, Gründer und Verwaltungsrat der Preventica AG und neu auch Verwaltungsratspräsident der Mobility-Genossenschaft.

COMPETEC-GRUPPE

Der Fricktaler Roland Brack (47) gründete während seines Elektrotechnikstudiums im Jahr 1994 seine eigene Firma. Später entstand daraus die Competec-Gruppe, zu der unter anderem der IT-Grosshändler Alltron und der Onlineshop Brack.ch gehören. Die Gruppe mit Hauptsitz im aargauischen Mägenwil beschäftigt über 800 Personen, davon rund 300 im Logistikzentrum Willisau. 2019 stieg der Gruppenumsatz um 12 Prozent auf 811 Millionen Franken. Das Unternehmen stösst in diesem Jahr an die Milliardengrenze.


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