Interview - Sicherheit ist oberstes Gut / Schwyzer Kantonalbank

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Sicherheit ist oberstes Gut

21.05.2021 - 15:21

Die Schweizer Unfallversicherung Suva unternimmt grosse Anstrengungen, um die Zahl der Berufsunfälle und -krankheiten nachhaltig zu reduzieren. Sie empfiehlt den versicherten Unternehmen, die Sicherheits-Charta zu unterzeichnen.

FOKUS: Wie viele Berufsunfälle und Berufskrankheiten verzeichnet die Suva pro Jahr?

Edith Müller Loretz: Im Jahr 2020 registrierte die Suva rund 166 000 Berufsunfälle und Berufskrankheiten, was gegenüber dem Vorjahr einem Rückgang von rund zehn Prozent entspricht. Dieser Rückgang ist aufgrund der Einschränkungen während der Coronapandemie entstanden. Weil weniger gearbeitet wurde, gab es auch weniger Berufsunfälle. Die Zahlen der tödlichen und schweren Unfälle werden derzeit ausgewertet, wir rechnen aber mit rund 60 tödlichen Unfällen und 10000 mit schweren Verletzungen. Glücklicherweise stellen wir gerade bei den tödlichen und schweren Unfällen in den vergangenen Jahren im Trend einen Rückgang fest. Dies ist nicht zuletzt auf die Präventionsbemühungen der Suva und deren gute Zusammenarbeit mit den versicherten Betrieben zurückzuführen.

Was sind die häufigsten Gründe für schwere Unfälle?

Genau diese Frage haben wir uns vor einigen Jahren gestellt und haben Unfallstatistiken analysiert, um Antworten zu finden. Es hat sich gezeigt, dass drei Viertel aller tödlichen und schweren Unfälle verhindert werden können, wenn eine Handvoll grundlegende Regeln beachtet werden. Daraufhin haben wir gemeinsam mit den Sozialpartnern diverser Branchen lebenswichtige Regeln erarbeitet. Diese sind mit ein Grund, dass die Arbeitsplätze in den vergangenen Jahren sicherer wurden.

Was braucht es sonst noch, um nachhaltig Unfälle zu reduzieren?

In den vergangenen Jahren haben wir festgestellt, dass es nicht ausreicht, die lebenswichtigen Regeln zu kennen. Man muss diese auch konsequent anwenden oder durchsetzen. Auch dann, wenn man unter Zeitdruck und anderen erschwerenden Einflüssen arbeiten muss. Zentral ist dabei, dass Prävention integraler Bestandteil des Betriebsalltags ist. Die Sicherheit muss oberstes Gut sein in einem Unternehmen und von der Unternehmensleitung unterstützt und vorgelebt werden.

Wie kann man dies im Unternehmen erreichen?

Wichtig ist es, das eigene Verhalten und die aktuelle Situation zu analysieren und zu hinterfragen. Wo stehe ich punkto Arbeitssicherheit, und was sind meine Ziele für die Zukunft? Ein erster Schritt kann das Unterzeichnen der Sicherheits-Charta sein. Dabei handelt es sich um ein internes und externes Bekenntnis zu mehr Sicherheit im Betrieb. Die Suva steht den Betrieben beratend zur Seite auf diesem Weg zu einer gelebten Präventionskultur.

Die Suva investiert viel in die Prävention. Wo setzen Sie die Schwerpunkte?

Die lebenswichtigen Regeln sowie die Sicherheits-Charta werden auch in Zukunft eine zentrale Rolle bei unseren Präventionsaktivitäten spielen. In den kommenden Jahren richtet sich der Fokus unserer Arbeit im Bereich der Arbeitssicherung darauf, die Unternehmen beim Aufbau dieser Präventionskultur zu unterstützen.

Die Suva führt in Risikobetrieben Kontrollen durch. Werden diese Kontrollen akzeptiert und begrüsst oder eher als Schikane empfunden?

Unsere Kundenzufriedenheitsumfrage, die wir jährlich durchführen, zeigt ein erfreuliches Bild. Die Kunden sind zufrieden und fühlen sich gut betreut. Insbesondere das Engagement und die Verlässlichkeit werden geschätzt. Dies hat sich nicht zuletzt auch aktuell während der Coronapandemie bestätigt. Für den Bund führen wir auf Baustellen und in gewissen Gewerbe- und Industriebetrieben Kontrollen durch und prüfen neben den Arbeitssicherheitsbestimmungen neu auch die Umsetzung der Corona-Schutzmassnahmen.

Das Geschäftsmodell der Suva setzt neben Prävention und Versicherung auf Rehabilitation. Mit welchen Massnahmen fördert die Suva die Rückkehr in die Arbeitswelt?

Wir setzen auf eine enge Begleitung und Unterstützung der Verunfallten, denn diese haben bessere Chancen auf Heilung und eine rasche Rückkehr an den Arbeitsplatz, wenn sie frühzeitig und kompetent betreut werden. Dies erreichen wir nicht zuletzt dank der guten Infrastruktur unserer beiden Suva-Kliniken in Bellikon und Sion. Darüber hinaus schaffen wir mit finanzieller Unterstützung Anreize für betriebliche Wiedereingliederungen. Für Unternehmen soll es sich lohnen, den Arbeitsplatz für eine verunfallte Person zu erhalten oder eine neue Anstellung innerhalb des Unternehmens zu ermöglichen.


Die Interviewpartnerin:
Edith Müller Loretz ist seit dem 1. April 2019 Mitglied der Geschäftsleitung und hat den Vorsitz des Departements Gesundheitsschutz inne. Zudem ist sie Mitglied der Eidgenössischen Koordinationskommission für Arbeitssicherheit (EKAS), Stiftungsrätin der Beratungsstelle für Unfallverhütung (BFU) und der Gesundheitsförderung Schweiz. Edith Müller Loretz ist 1968 geboren, im Kanton Luzern aufgewachsen, sie ist verheiratet und hat zwei Kinder.

WAS IST DIE SUVA?

Die seit 1918 tätige Suva beschäftigt am Hauptsitz in Luzern, in den schweizweit achtzehn Agenturen und in den zwei Rehabilitationskliniken Bellikon und Sion rund 4200 Mitarbeitende. Sie versichert rund 130000 Unternehmen beziehungsweise zwei Millionen Berufstätige gegen die Folgen von Unfällen und Berufskrankheiten. Die Dienstleistungen der Suva umfassen Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Sie arbeitet selbsttragend, ohne öffentliche Gelder und gibt Gewinne in Form von tieferen Prämien an die Versicherten zurück. Im Suva-Rat sind die Sozialpartner – Arbeitgeber und Arbeitnehmer – und der Bund vertreten.


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