Interview - Wenn sich der Mensch wie im Hamsterrad fühlt / Schwyzer Kantonalbank

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Wenn sich der Mensch wie im Hamsterrad fühlt

18.11.2021 - 09:50

Die Gefühle von Stress und Überforderung bis zu einem Burn-out sind fliessend. Die integrierte Psychiatrie Triaplus AG bietet im Krankheitsfall Behandlungsmöglichkeiten an.

FOKUS: Was sind erste Anzeichen, dass die Work-Life-Balance nicht (mehr) stimmt?

Erich Baumann: Das ist individuell sehr unterschiedlich. Häufig sind es wiederholte Gefühle von Überforderung, Stress und Zeitmangel – sich erschöpft fühlen, im «Hamsterrad drehen», nichts wirklich an der Situation ändern können. Die Privat- und die Arbeitswelt werden nicht mehr getrennt.

Welche Symptome sind schon alarmierend?

Unter anderem können dies dauerhafte Anspannung, Schlafstörungen oder körperliche beziehungsweise psychosomatische Beschwerden wie Schmerzen oder Schwindel sein. Ein mögliches Symptom ist oft auch das Gefühl innerer Leere und Hilflosigkeit.

Was soll man in einem solchen Fall tun?

Werden die Anzeichen früh erkannt und ernst genommen, ist einiges durch Selbsthilfe möglich. Man sollte lernen, sich abzugrenzen und dadurch Stress zu reduzieren. Hilfreich sind auch körperliche Aktivitäten und/oder der Aufenthalt in der Natur. 

Wie können Familie und Arbeitgeber unterstützend eingreifen?

Menschen im Umfeld sollten die Betroffenen einfühlsam ansprechen und ihre Hilfe anbieten. Wichtig ist, dies nicht vorwurfsvoll zu tun oder im Sinne einer Kritik. Konkrete Unterstützungsangebote können hilfreich sein, beispielsweise gemeinsam einen Therapeuten aufzusuchen.

Was ist zu tun, wenn es bereits zu spät ist und ein Burn-out eintritt?

Der Übergang ist meist fliessend. In einem solchen Fall ist es wichtig, zu akzeptieren, dass man die professionelle Hilfe eines Therapeuten benötigt.

Ambulant – stationär? Welche Möglichkeiten gibt es?

Die Triaplus AG bietet das ganze Behandlungsspektrum in der Psychiatrie von ambulant über teilstationär bis stationär an. Für eine therapeutische Massnahme gilt aber ganz klar der Grundsatz «ambulant vor stationär». Die Krankheitsverläufe sind jedoch immer individuell. Deshalb wird im Einzelfall geklärt, welche Faktoren zum Burn-out geführt haben und ob möglicherweise weitere psychische Probleme eine Rolle spielen. Oft kommen beispielsweise Depressionen oder Ängste hinzu. Wichtig ist, zusammen mit dem Arbeitgeber den Wiedereinstieg ins Berufsleben frühzeitig vorzubereiten.

Sie sind Arbeitgeber von 500 Mitarbeitenden. Was unternehmen Sie selber, damit die Work-Life-Balance bei der Triaplus AG stimmt?

Wichtig ist mir, einen guten Draht zu den Mitarbeitenden zu pflegen, sie ernst zu nehmen und ihnen zuzuhören. Mir ist auf allen Stufen eine Atmosphäre der gegenseitigen Wertschätzung und des Vertrauens wichtig. In der Triaplus AG ermöglichen wir unseren Mitarbeitenden, auf Wunsch in einem Teilzeitpensum zu arbeiten, was für eine gute Work-Life-Balance sehr wichtig sein kann. Diese Möglichkeit wird rege genutzt.

Bei der Behandlung und Pflege psychisch kranker Menschen ist das Personal stark gefordert. Was tun Sie, damit die Belastung für die Mitarbeitenden nicht zu gross wird?

Ja, das stimmt. Diese Tätigkeit kann mit hohen emotionalen Anforderungen und Stress einhergehen. Die Mitarbeitenden lernen jedoch, dass gerade deshalb die Selbstfürsorge wichtig ist, dass sie die notwendige professionelle Distanz einhalten müssen. Die gegenseitige Unterstützung innerhalb des Teams ist ebenfalls sehr wichtig. Hinzu kommen externe Supervisionen.

Der Interviewpartner
Erich Baumann (Jahrgang 1961) ist seit Juni 2018 CEO der Triaplus AG. Nach einer kaufmännischen Grundausbildung studierte er an der Fachhochschule Zürich Betriebsökonomie und bildete sich anschliessend kontinuierlich im Managementbereich weiter. 1997 trat er in die Dienste der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich (PUK) ein. In den Jahren 1999 und 2000 absolvierte er ein Nachdiplomstudium, welches er mit dem Master of Health Service Administration abschloss. 2007 wurde er zum Spitaldirektor und Vorsitzenden der Geschäftsleitung der PUK mit rund 2000 Mitarbeitenden gewählt.

TRIAPLUS AG

Die Triaplus AG vereint die psychiatrische Grundversorgung für Erwachsene, Kinder und Jugendliche in den Kantonen Uri, Schwyz und Zug. Sie bietet über die Kantonsgrenzen hinweg eine koordinierte ambulante, teilstationäre und stationäre Behandlung. Die Ambulatorien verteilen sich mit zehn Standorten über das gesamte Konkordatsgebiet. Die Klinik Zugersee, Zentrum für Psychiatrie und Psychotherapie ist die stationäre Einrichtung der Triaplus AG.


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