Success Story - Biohof Fluofeld baut Kapazitäten weiter aus / Schwyzer Kantonalbank

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Headerbild Success Story Biohof

Biohof Fluofeld baut Kapazitäten weiter aus

27.5.2020 - 12:55

Er verzeichnet jedes Jahr zweistellige Wachstumsraten. Der Biohof Fluofeld in Oberarth zeigt, wie sich biologische Produkte erfolgreich vermarkten lassen.

Hochwertig und nachhaltig

Ist der Biomarkt nicht schon längst gesättigt? Zu dieser Frage kann sich Michael Reichmuth ein Lächeln nicht verkneifen. «Gesättigt? Nein, ganz bestimmt nicht. Wir steigern unsere Produktion jährlich um über zehn Prozent und können die grosse Nachfrage trotzdem nicht befriedigen. » Vor zehn Jahren hat er zusammen mit seiner Frau Anita von seinen Eltern Josef und Regina Reichmuth den Biohof Fluofeld in Oberarth übernommen. Seither hat er den Umsatz mit biologischen Produkten vervierfacht und ist heute einer der grössten Produzenten von Bioprodukten in der Zentralschweiz.

Biopioniere

Die Weichen für den biologischen Landbau haben die Eltern Reichmuth vor rund 25 Jahren gestellt. Allerdings eher noch ein wenig nebenher, neben der Milchwirtschaft. Der Anbau von Gemüse und Früchten ist arbeitsintensiv. Zwölf fleissige Kinderhände waren da während Jahren willkommen. Aber die Kinder wurden grösser und zogen eines nach dem anderen aus. Als Michael nach dem Agronomiestudium an der Fachhochschule in Zollikofen auf den elterlichen Betrieb zurückkehrte, stand er deshalb vor der Frage: Wollen wir auf kleiner Flamme weiterköcheln oder externe Mitarbeiter einstellen? Wer Michael kennt, weiss die Antwort schon im Voraus. Für den dynamischen Jungbauern war es keine Frage, auf Expansion zu setzen. Dieser Entscheid fiel ihm zudem umso leichter, weil Rinder und Kühe nicht unbedingt zu seinen Lieblingstieren gehören. Die Milchwirtschaft stellte er ziemlich schnell ein und setzte ganz auf den Anbau von biologischen Produkten. Weidemastrinder behielt er noch, hat diese aber inzwischen «ausgelagert ». Mit seiner Nachbarin hat er eine Zusammenarbeit vereinbart. Sie betreut neben den eigenen auch seine Tiere. Er liefert das Futter für sie.

Viele Absatzkanäle

Umweltgerecht – ohne den Einsatz von Pflanzengiften – Gemüse und Obst anzubauen, ist eine Seite, aber dafür die richtigen Absatzkanäle zu finden, ist mindestens so wichtig für den Erfolg. Der Biohof Fluofeld hat sich einen ganzen Fächer an Möglichkeiten geschaffen. Schon die Eltern Reichmuth waren mit ihren Produkten auf Wochenmärkten präsent, wenn auch nur in kleinerem Rahmen in Goldau und Brunnen. Hinzugekommen sind inzwischen noch Märkte in Einsiedeln und Luzern. An diesen beiden Orten ist Michael Reichmuth fast immer selber hinter dem Stand anzutreffen. Er liebt den Kontakt mit den Kundinnen und Kunden. «Ihr Urteil ist immer unverfälscht. Gibt es Lob, freut mich das. Kommt Kritik, spornt das an, besser zu werden.» Weitere Absatzkanäle sind der Hofladen, die Lieferungen an andere Bioproduzenten sowie an Grossverteiler. Diese breite Palette der Vermarktung bietet die Garantie, nicht von einem einzelnen grossen Abnehmer abhängig zu werden. Denn wirtschaftliche Freiheit und Unabhängigkeit sind ihm wichtig.

Arbeitsintensiv

Während der Hochsaison arbeiten rund 25 Personen auf dem Hof. Ein veritables KMU also. Biolandbau ist arbeitsintensiv. Nebst den Familienmitgliedern, Mitarbeitenden aus der Umgebung sowie Praktikantinnen und Lernenden arbeiten jeweils auch etwa zehn Erntehelfer aus osteuropäischen Ländern mit. Arbeit gibt es genug. Ein Grund dafür ist auch die anspruchsvolle Haltung der Schweizer Kundinnen und Kunden. «Sie verlangen auch bei Bioprodukten immer nur beste Qualität», erklärt Michael Reichmuth. Das bedeutet für Gemüse beispielsweise: gründlich waschen sowie grosszügig aussortieren. Von der Rüebli- Ernte etwa gelangt rund ein Drittel gar nie in den Verkauf. Natürlich werden die aussortierten Rüebli nicht entsorgt, sondern als Futter weiterverwendet, aber Michael Reichmuth ist trotzdem nicht immer glücklich mit der Mentalität der Schweizer Konsumenten. «Wir sind hier in der Schweiz schon ziemlich verwöhnt», stellt er fest.


Michael Reichmuths knackige Bio-Salate wachsen dort, wo einst Vieh weidete.

Weiteres Wachstum

Der Biohof Fluofeld investiert weiter intensiv in die Zukunft. Im Frühjahr/Sommer 2020 wird ein neues Betriebsgebäude fertig. Es bietet unter anderem neue Kühlräume, eine grosse Anlage zum Waschen von Gemüse, Büros, Garderoben und Räume zum Rüsten von Obst, Beeren und Gemüse. Heizung und Kühlung des Holzgebäudes werden fast ausschliesslich mit erneuerbarer Energie betrieben. Wie es sich für einen Biohof gehört. «Das neue Betriebsgebäude wird in den nächsten Jahren nicht ganz ausgelastet sein», stellt Michael Reichmuth fest. «Wir haben Reservekapazitäten geschaffen.» Die Frage, ob der Biohof Fluofeld weiterhin wachsen will, erübrigt sich somit. Die Erfolgsgeschichte geht weiter.

Mehr Informationen unter:
www.fluofeld.ch


Über den Biohof Fluofeld

Inhaber und Betriebsleiter sind Michael und Anita Reichmuth. Das Angebot des Biohofs Fluofeld umfasst Gemüse von A wie Auberginen bis Z wie Zwiebeln. Zum Sortiment gehören weiter Früchte und Beeren sowie Käse, Eier und Fleisch. Die Eier stammen von 4 000 eigenen Legehennen, die über viel Platz und freien Auslauf verfügen. Gefragt sind auch die veredelten Produkte wie etwa Apfelmus, getrocknete Früchte, Konfitüre oder Spirituosen.


Fragen an Michael Reichmuth, Biohof Fluofeld

FOKUS: Wie stark haben sich die Massnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auf Ihr Geschäft ausgewirkt?

Schmerzhaft war die Schliessung der Märkte, vor allem des Wochenmarktes in Luzern. Einerseits finanziell, anderseits emotional, weil ich gerne hinter dem Marktstand stehe und den Kontakt mit den Kundinnen und Kunden schätze. Auf der anderen Seite konnten wir im Hofladen ein starkes Umsatzwachstum verzeichnen. Markant mehr Kundinnen und Kunden haben den Hofladen frequentiert. Von diesem Phänomen profitierten auch die Biohofläden, die wir mit unseren Produkten beliefern. Auch sie verzeichneten enorme Wachstumsraten. Das ist sehr erfreulich. Ob und wie lange dieser Zuspruch der neuen Kundinnen und Kunden anhält, wird sich zeige, wenn die Einkaufsbeschränkungen in den Läden wieder gelockert werden. Dann werden wir sehen, ob das Wachstum bei der Direktvermarktung wirklich nachhaltig ist. Insgesamt konnten wir damit unsere sonstigen Umsatzverluste fast kompensieren.

FOKUS: Fehlen Ihnen durch die Einreisebeschränkungen nun die Erntehelfer aus dem Osten?

Bis jetzt nicht. Zudem haben sich zahlreiche Schweizerinnen und Schweizer beworben, die derzeit arbeitslos sind. Ganz unproblematisch ist diese Zusammenarbeit allerdings nicht. Den Temporärkräften fehlt die Erfahrung, und gedanklich sind sie oft auf Stellensuche, was ich natürlich nachvollziehen kann. Überrascht und sehr gefreut haben uns die vielen spontanen Angebote zur Mithilfe von Freunden und Bekannten. Diese Solidarität zu spüren, war sehr schön.

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