Success Story - Skycell erobert den Himmel / Schwyzer Kantonalbank

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SkyCell erobert den Himmel

23.05.2021 - 22:02

Die Schweizer Firma SkyCell macht mit ihren hoch entwickelten Kühlcontainern für die Luftfracht von sich reden. Sie garantieren einen sicheren Transport von Biopharmaka wie Impfdosen.

Da steht er nun – im Eingangsbereich der Firma SkyCell an der Hardturmstrasse in Zürich. Er nennt sich ganz schlicht SkyCell 1500. Über ihn konnte man in letzter Zeit viel lesen, vor allem seit dem Ausbruch der Coronapandemie beziehungsweise seit dem Beginn der weltweiten Impfkampagnen. Fast mehr noch war von seinem jüngeren Bruder die Rede, vom SkyCell 1500DF. Mit ihm können hochsensible Impfstoffe bei konstant minus sechzig bis achtzig Grad Celsius sicher transportiert werden. Fast ein wenig ehrfürchtig steht man vor diesem hoch entwickelten Hightech-Frachtcontainer. Dass er in der Schweiz entwickelt wurde und auch hier gebaut wird, macht ein wenig stolz.

Ausgezeichnete Isolation

Eigentlich wollten die beiden Gründer und ehemaligen Studienkollegen Richard Ettl und Nico Ros vor etwas mehr als zehn Jahren mit einem neuartigen Produkt die Baubranche erobern. Mit einem hochwirksamen Isolationsmaterial für Hochhausfassaden. Es besteht aus mehreren wabenartigen Schichten, gefertigt aus PET-Abfällen. Schon die erste nanobeschichtete Folie reflektiert das Sonnenlicht fast vollständig und lässt so nur noch vier Prozent Wärme durch. Mit jeder weiteren Schicht verbessert sich das Ergebnis bis gegen null. Gelandet sind die beiden aber in der Logistik für die Pharmaindustrie, und dies äusserst erfolgreich. Bei der jüngsten Finanzierungsrunde vor einem Jahr kamen über sechzig Millionen Franken zusammen. Ein Selbstläufer war diese Entwicklung aber beileibe nicht. Im Gegenteil: Auch die beiden SkyCell-Gründer mussten die Erfahrung machen, dass die Schweiz für Start-ups ein steiniger Boden ist.

Konstante Temperatur

Auf Anfrage einer Schweizer Pharmafirma bauten sie 2012 einen ersten Frachtcontainer-Prototyp, der über die gesamte Transportkette eine konstante Temperatur garantieren sollte. Der Hintergrund: Im Gegensatz zu «normalen» Pharmaka reagieren biopharmazeutische Produkte hochempfindlich auf Temperaturschwankungen. Sie verlieren ihre Wirkung. Biopharmaka nehmen in der Medizin einen immer grösseren Raum ein. Gleichzeitig haben die Kontrollbehörden vieler Länder bemerkt, dass für die Qualität dieser Medizinprodukte neue Standards notwendig sind, vor allem eine konstante Temperatur. Mit herkömmlichen Containern, die mit Unmengen an Styropor und mit stromabhängigen Kühlaggregaten ausgestattet sind, sind die Anforderungen fast nicht zu erfüllen beziehungsweise sind die Ausfälle hoch. Wenn man weiss, dass ein Container gut und gerne Produkte mit Millionenwert enthält, sind die Verluste enorm.


CEO Richard Ettl zeigt das hochwirksame Isolationsmaterial der Kühlcontainer. Es besteht aus mehreren wabenartigen Schichten, gefertigt aus PET-Abfällen.

Harte Durststrecke

Es lohnt sich deshalb, in diese Logistik zu investieren. Das weiss auch die Pharmaindustrie. Obwohl SkyCell mit ihrem neuartig isolierten Container überzeugende Argumente hatte, war der Einstieg ins Business nicht einfach. «Haben Sie Referenzen», hiess es zu Beginn fast überall. Das hatten sie natürlich nicht. Ihr Produkt war ja neu. 2013 hatten sie erstmals einen Fuss in der Tür – fast ein Jahr nach der Gründung des Unternehmens – mit dem ersten Auftrag von einem Schweizer Pharmahersteller. Mit dieser Referenz gehe es einfacher, dachten sich die beiden Jungunternehmer. «Wir waren zu Beginn wohl etwas zu optimistisch», sagt Richard Ettl rückblickend. «Tatsächlich brauchte es viel Ausdauer und Überzeugungsarbeit, bis weitere Aufträge folgten.» Auch die Finanzierung war nervenaufreibend. «Man erhält zwar schnell einmal viel Lob und sogar Auszeichnungen, aber Risikokapital zu finden, ist in der Schweiz nicht einfach.» Mit dieser Erfahrung steht SkyCell als Start-up nicht alleine da.

Rasantes Wachstum

Inzwischen sind diese Probleme jedoch gelöst, und die Firma konnte auf der Containerplattform weitere Produkte wie beispielsweise für Temperaturen von minus achtzig oder minus zwanzig Grad Celsius einführen. Zur fast perfekten Isolation ist ein stromunabhängiges Kühlsystem hinzugekommen, vibrationsdämpfende Füsse sowie eine ausgeklügelte IT, die auf der IoT- Technologie beruht. Sie garantiert eine lückenlose Überprüfung der Container über die gesamte Logistikkette hinweg. Statt eines Containers sind es heute deren rund 2200, Tendenz stark steigend, die an Kunden vermietet werden. Von null ist man zur Weltnummer drei in der Logistik für Biopharmaka aufgerückt. Sky-Cell wächst im Schnitt mit sechzig Prozent pro Jahr und plant, in vier bis fünf Jahren um die 200 Millionen Franken Umsatz zu erzielen. Schon heute arbeiten mehr als 120 Mitarbeitende von der Schweiz über die USA bis nach Australien für die Firma. Die Produktion befindet sich in der Nähe von Basel.

Ausfallrate weniger als 0,1 Prozent

Ein Ende des Wachstums ist derzeit nicht absehbar. «SkyCell will die Nummer eins der Branche werden», sagt Richard Ettl im Gespräch. 200 Millionen Franken pro Jahr sind ein realistisches Umsatzziel. An schlagenden Argumenten, um dieses Ziel zu erreichen, fehlt es dem Unternehmen nicht. Eine Zahl ist dabei besonders überzeugend. Während bei der Konkurrenz die Pharmafracht in 8 von 100 Containern die Reise nicht heil übersteht, sind es bei SkyCell weniger als 1 von 1000, der nicht einwandfrei funktioniert. Diese Zahl sagt alles aus. Sie wird, je länger die Coronapandemie dauert, noch bedeutender werden, beispielsweise dann, wenn in einem einzigen Container eine Million Impfdosen transportiert werden.


SERVICEZENTRUM IN ABU DHABI

SkyCell hat sich kürzlich dem Hope-Konsortium in Abu Dhabi angeschlossen und wird dort ein Servicezentrum errichten. Von dieser logistischen Plattform aus soll die weltweite Distribution von jährlich bis zu 1,8 Milliarden Covid-19-Impfstoffen erfolgen. Die SkyCell-Container spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie bewähren sich vor allem auch in warmen Ländern ausgezeichnet. Die eigens entwickelte Technologie ermöglicht es, den Impfstoff auch in Länder mit schwach ausgereifter Kühlinfrastruktur in einwandfreier Qualität zu verteilen.


Mehr Informationen unter:
www.skycell.ch/

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