Success Story - Xantron pflegt Ihre Online-Nische / Schwyzer Kantonalbank

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Xantron pflegt Ihre Online-Nische

30.11.2020 - 18:30

Schon viele haben davon geträumt, mit Onlinehandel Geld zu verdienen. Die meisten sind gescheitert. Die Firma Xantron Schweiz GmbH in Wangen hingegen hat eine Nische im weltweiten Netz gefunden, die sie sehr erfolgreich pflegt und ausbaut.

Ihr Produkt tönt nicht ausgesprochen spektakulär: Wandhalterungen für Flachbildschirme. Wandhalterungen? Das ist alles? Nicht ganz, aber doch der zentrale Teil des Produktesortiments, das die beiden Inhaber und Geschäftsführer der Xantron GmbH, Marco Kistler und Fredy Amstad, erfolgreich im Internet anbieten und verkaufen. Zu ihrem Verkaufsschlager sind sie auf Umwegen gelangt.

Das kann ich

Die beiden Partner der Firma kennen sich schon seit vielen Jahren. Sie haben früher in der gleichen Firma gearbeitet. Die Onlinegeschäftsidee entstand beinahe zufällig bei einem Pausengespräch vor der Kaffeemaschine. Sie stellten fest, dass beispielsweise eine Plattform wie Autoscout mit jeder Annonce Geld verdient. «Man sollte selber eine Website programmieren können», meinte Fredy Amstad. «Damit wäre gutes Geld zu machen.» «Kein Problem.», lautete die Antwort von Marco Kistler. Als Teenager hatte er bereits für einen Onkel eine Website programmiert. Damit nahm die Idee für den Onlinehandel seinen Anfang. Bis zum eigentlichen Durchbruch war es allerdings noch ein weiter Weg. Zuerst legten sie sich eine stattliche Zahl an Domainnamen zu, von autobazar.ch über autobewertung.ch bis automieten.ch. Aber den Abflug schafften sie damit nicht wirklich. Das änderte sich, als nach der Jahrtausendwende die ersten Flachbildschirme auf den Markt kamen (siehe Kasten). Die Plasma- und kurze Zeit die LCD-Bildschirme wurden nämlich mit dem Slogan «Der erste Fernseher, den man wie ein Bild an die Wand hängen kann» beworben. Fredy Amstad und Marco Kistler erkannten, welches Potenzial dahintersteckte. Sofort reservierten sich die beiden Geschäftspartner die Internetdomain wandhalterungen.ch und landeten damit bei der Suchmaschine Google gleich auf Anhieb ganz oben. Dank dieser Top-Platzierung ging es von nun an nur noch aufwärts.

Lange Arbeitstage

Einen schriftlichen Businessplan hatten sie zwar immer noch nicht. Aber den brauchten sie aus zwei Gründen nicht: zum einen, weil Marco Kistler Wirtschaft studiert hatte und in ökonomischen Fragen selbst bestens Bescheid wusste, und zum anderen, weil sie nie bei einer Bank vorsprechen und um einen Kredit nachfragen mussten beziehungsweise wollten. Das war nur möglich, weil sie die GmbH mit Eigenmitteln gründeten und darauf achteten, dass die Fixkosten tief blieben. Übersetzt heisst dies: Sie machten alles selber und arbeiteten oft bis spät in die Nacht. Für ihr erstes Lager durften die beiden Jungunternehmer die Garage von Marco Kistlers Mutter nutzen. Deren Auto musste im Freien übernachten. Drei Modelle für Wandhalterungen aus China hatten sie zu Beginn im Angebot; trotzdem wurde der Platz schnell knapp. Auch, weil sie ihr Sortiment sukzessive vergrösserten. Also gab es nur eine Lösung: zügeln. In einem alten Bürolokal in Nuolen fanden sie eine neue Bleibe. Stattliche 30 Quadratmeter Lagerfläche hatten sie nun. Aber der Platz reichte wiederum nur für kurze Zeit. So mieteten sie einen Schopf hinzu. Auch der war bald bis zur Decke gefüllt, als die beiden nicht mehr bloss Paletten, sondern ganze Container mit Ware bestellten und verkauften. Die Lösung, man ahnt es, hiess wiederum zügeln. In Altendorf konnten sie 2013 eine Gewerbeliegenschaft mit 350 Quadratmeter Lagerfläche erwerben. «Wow», dachten sie. Das reicht nun für viele Jahre.


Marco Kistler und Fredy Amstad in ihrem eigenen Gewerbegebäude mit Lagerhallen und Büros in Wangen. Hier wollen sie nicht so schnell wieder weg.

Umbenennung

2015 trat das Unternehmen erstmals einheitlich unter dem heutigen Firmennamen Xantron in Erscheinung. Bisher hiess die Website nämlich wandhalterungen.ch, die Rechnungen wurden von ihrer Firma Proweb GmbH verschickt, und die Produkte liefen unter dem Namen Xantron. Das war ziemlich verwirrend für die Kunden. Die Umbenennung machte alles einfacher und verlieh dem jungen Unternehmen noch mehr Schub. 2016 wagte man den Schritt ins Ausland. Zusammen mit Benjamin Bauer gründeten Marco Kistler und Fredy Amstad die Xantron Europe GmbH in Neumarkt (Bayern). Von dort aus wird nun der europäische Markt beliefert. Das Sortiment wurde stark ausgebaut mit Artikeln für IT und Elektronik, Sicherheit und Überwachung sowie Büro, Haushalt und Wohnen.

Wieder zügeln

Schon bald waren auch in Altendorf wieder alle Lagergestelle gefüllt und sogar die Zwischengänge bis zur Decke vollgestellt. Auch ein zusätzliches Aussenlager in Schübelbach konnte die Platznot nur kurzfristig lindern. Es gab also nur einen Ausweg: erneut zügeln. 2018 konnte Xantron in Wangen ein Grundstück erwerben und darauf ein eigenes Gewerbegebäude mit Lagerhallen und Büros nach ihren eigenen Vorstellungen errichten. 2000 Quadratmeter Lagerfläche haben die beiden jungen Unternehmer nun zur Verfügung. Man fragt sich, wie lange diesmal der Platz wirklich ausreicht. Nach den turbulenten Wachstumsjahren wollen es Marco Kistler und Fredy Amstad jetzt etwas ruhiger angehen lassen, sagen sie. Sie wollen eine Konsolidierungsphase einschalten. Wirklich? So ganz glauben mag man es ihnen nicht. Im Obergeschoss ihrer Lagerhalle nimmt bereits ein neues Projekt Gestalt an. Velofactory.ch heisst es. Aber das wird wohl schon bald wieder eine eigene Geschichte sein.

Mehr Informationen unter:
www.xantron.ch


Flachbildschirme

Auf der CeBIT 1996 präsentierte der niederländische Elektronikriese Philips erstmals einen Flachbildschirm-Fernseher. Ein Jahr später, zum Weihnachtsgeschäft 1997, feierte der etwas ungalant getaufte 42PW9982 seine Serieneinführung in den Markt. Rund 15000 Franken kostete das Gerät. Die Preise purzelten bald, und der Siegeszug der Flachbildschirme war nicht mehr aufzuhalten. Weltweit wurden 2007 erstmals mehr Flachbildfernsehapparate als Röhrengeräte verkauft. 2008 hatten fast alle Hersteller die Produktion von Röhrenfernsehern eingestellt. 

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